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Reiseführer in Buenos Aires Blog
Nicole Heynen & Adrian Heynen
Professionelle Reiseführer in Buenos Aires

Bäume

Schmerz hat die Eigenschaft sich zu verstärken, wenn man an ihn denkt. Wenn ich zu viel an meinen Körper denke, tut er weh. Wenn ich nur an mich selbst denke, werde ich traurig. Wenn ich aber dagegen an Bäume denke, in ihrer Gegenwart bin, sie betrachte, unter ihnen gehe oder in ihrem Schatten sitze, aktiviert sich in mir eine Kraft, eine natürliche Ausdauer und das Leben geht weiter, leichter, trotz der Wurzeln oder wegen ihnen. Wer weiß. Ich kann mich von den menschlichen Sorgen distanzieren, bin plötzlich wie ein Vogel, habe einen Panoramablick und bin dem Himmel näher.

Mit Bäumen kann ich in vergangene Zeiten reisen oder mich in eine andere Realität versetzen, in der die Einsamkeit leichter ist.

Während unseren Stadtführungen in Buenos Aires, vor allen Dingen jetzt im Frühling und im Sommer, fällt es den Gästen immer wieder auf wie grün die Stadt ist und wie großartig und vielfältig die Bäume sind. Sei es die lilafarbenen Jacarandá Bäume, die majestätischen gelben Tipas, die Palmen, die Florettseiden-Bäume, die großen Magnolia-Grandiflora Bäume, die Platanen, der rote Ceibo-Nationalbaum oder die gigantischen Gummibäume, es vergeht kein einziger Tag, an dem die Touristen während oder am Ende der Tour die Bäume nicht erwähnt haben.

Bäume sind bei uns stumme Zeugen einiger der ältesten Mythen oder Ereignisse in der Geschichte von Buenos Aires und des Landes: die englischen Invasionen, die Mairevolution und Unabhängigkeit und die Begegnungen und Missverständnisse zwischen vielen unserer Nationalhelden, aber auch von den kleinen Geschichten: von Liebe, Hass und Verrat.

In der Stadt von Buenos Aires wurde 1962 der erste Katalog historischer Bäume veröffentlicht und 1965 wurde mit der Verordnung Nr. 20.745, ein gesetzlicher Schutzrahmen geschaffen, der die Regelung historischer und bemerkenswerter Bäume begründet.

Die Katalogisierung wurde in unserem Land von dem Historiker Enrique Udaondo in seinem Buch Árboles Históricos de la República Argentina (1913) „Historische Bäume der Rep. von Argentinien“ initiiert, in dem er die mit bedeutenden, historischen Ereignissen verbundenen Bäume im ganzen Land sichtbar machte und zusammen mit der Comisión Nacional de Museos, de Lugares y de Bienes Históricos die Anpflanzung von Setzlingen sowie pädagogische Aktionen und Feierlichkeiten förderte.

Diese Exemplare unterscheiden sich von anderen Bäumen aufgrund ihrer historischen, kulturellen oder botanischen Merkmale, gelten als besonders schützenswert und stellen ein wertvolles Erbe von Bedeutung für das Land und die Gemeinschaft dar.

Gegenwärtig sind 640 Exemplare registriert: 78 historische und 562 bemerkenswerte Bäume. Hier ein paar der Bäume der Stadt.

Was geschieht euch, wenn ihr vor einem alten Baum steht oder mehreren? Erweckt er bei euch auch Respekt und Bewunderung? Setzt ihr euch auch unters Grüne und hört dem Gemurmel der Blätter zu und dessen Erzählungen, die sie erlebt haben?

Ich bitte normalerweise um Erlaubnis, permiso, wenn ich unter oder neben ihnen vorbeigehe. Manchmal bleibe ich stehen, berühre ihre Stämme zur Begrüßung und stelle mir gerne vor, wer dort gestern oder vor Hunderten von Jahren vorbeigegangen sein mag, in welchem Zusammenhang und ob diese Personen, vielleicht, genauso wie ich, für ein paar Sekunden stehen geblieben sind und mit der gleichen Bewunderung.

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